ATEX & EXPLOSIONSSCHUTZ
Brennbare Stäube stellen ein erhebliches Explosionsrisiko in industriellen Prozessen dar. Ohne korrekt ausgelegten Explosionsschutz können bereits geringe Zündenergien zu schweren Schäden an Anlagen, Produktionsausfällen und Sicherheitsrisiken führen. Die Planung und der Betrieb von Entstaubungsanlagen erfordern fundiertes Know-how in ATEX-Richtlinien Zoneneinteilung und der Bewertung staubspezifischer Kenngrößen wie Mindestzündenergie (MZE), KSt-Wert und Explosionsdruck. Nur eine normgerechte Auslegung gewährleistet sicheren und zuverlässigen Anlagenbetrieb. Als Spezialist für industrielle Entstaubung unterstützt Infastaub bei der Entwicklung und Umsetzung ganzheitlicher ATEX-konformer Lösungen Von der Gefährdungsbeurteilung über die Auswahl geeigneter Explosionsschutzkonzepte bis zur normgerechten Systemauslegung. So entstehen sichere, effiziente und regelkonforme Entstaubungssysteme für anspruchsvolle industrielle Anwendungen.
Relevante Normen & Richtlinien | Explosionsschutzkonzepte | Auslegung nach Mindestzündenergie (MZE) |
RELEVANTE NORMEN & RICHTLINIEN
Die Entstaubungstechnik bei brennbaren Stäuben wird durch ein klar definiertes Normenwerk geregelt. Diese Grundlagen bilden die Basis jedes Explosionsschutzkonzeptes.
ATEX 2014/34/EUGeräte- und Schutzsysteme | ATEX 1999/92/EGMindestvorschriften Arbeitnehmerschutz | TRBS 2152Gefährliche explosionsfähige Atmosphäre | VDI 2263Staubbrände und Staubexplosionen |
EN ISO 80079-36/-37Nicht-elektrische Geräte in Ex-Atmosphäre | DIN EN 14491Druckentlastung – Staubexplosionen | DIN EN 14460Explosionsdruckfeste Geräte | DIN EN 60076-10-2Zoneneinteilung – Staub |
EXPLOSIONSSCHUTZKONZEPTE
Je nach Staubeigenschaften und Anlagenumgebung kommen unterschiedliche Schutzstrategien zum Einsatz. Infastaub berät Sie bei der Wahl des richtigen Konzeptes.
Standard Kein ATEX erforderlichLiegen keine brennbaren Stäube, Lösemittel oder Gase vor, sind am Filter keine besonderen Ex-Schutzmaßnahmen notwendig. Standardgeräte ohne Sonderbauweise können eingesetzt werden. Die sichere und bestimmungsgemäße Verwendung liegt in der Verantwortung des Betreibers.
| Präventiv ZündquellenvermeidungZündquellen werden konstruktiv ausgeschlossen: Erdung aller Metallteile und ableitfähige (dissipative) Filtermedien verhindern elektrostatische Aufladung. Der Betreiber stellt sicher, dass keine externen Zündquellen eingetragen werden. Geeignet für MZE > 1 mJ.
| Präventiv InertisierungDurch Inertgaszufuhr (N₂ oder CO₂) wird die Sauerstoffkonzentration dauerhaft unter den Zündgrenzwert abgesenkt – eine Explosion wird physikalisch ausgeschlossen. Empfohlen bei besonders sensitiven Stäuben mit MZE < 1 mJ sowie bei hybriden Gemischen.
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Konstruktiv Druckstoßfeste BauweiseDer Filter hält dem maximalen Explosionsdruck stand. Ab ≥ 1 bar Druckstoßfestigkeit ist eine Überlastschutzvorrichtung obligatorisch. Alle vor- und nachgelagerten Anlagenteile sind identisch auszulegen. Die Explosionsentkopplung erfolgt kundenseitig.
| Konstruktiv DruckentlastungBerstscheiben oder Explosionsklappen leiten den Explosionsdruck kontrolliert ins Freie ab. Die Auslegung erfolgt nach DIN EN 14491 in Abhängigkeit von KSt-Wert, Behältervolumen und maximalem Explosionsdruck pmax.
| Konstruktiv ExplosionsunterdrückungSensoren detektieren den Druckanstieg in Millisekunden; ein Löschmittelsystem unterdrückt die Explosion, bevor sie sich voll entwickelt. Ideal für geschlossene Räume, wo Druckentlastung ins Freie baulich nicht möglich ist.
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⚠ Hinweis zur Betreiberverantwortung
Die bestimmungsgemäße Verwendung des Entstaubungsgerätes und des Zubehörs sowie die Sicherstellung, dass keine Zündquellen in das Filter eingetragen werden, liegt in der Verantwortung des Betreibers. Kundenspezifische Werksnormen werden nur berücksichtigt, wenn sie ausdrücklich im Angebot spezifiziert sind. Bei Inertisierung, Explosionsunterdrückung oder hybriden Gemischen sprechen Sie uns bitte direkt an.
AUSLEGUNG NACH MINDESTZÜNDENERGIE (MZE)
Die Mindestzündenergie des Staubes ist das entscheidende Selektionskriterium für die Wahl des Explosionsschutzkonzeptes an Ihrem Entstaubungsfilter.
MZE / STAUBART | TYPISCHE BEISPIELE | MASSNAHMEN AM FILTER | EINSTUFUNG |
| Nicht brennbar | Kalkstein, Gips, Quarzsand, Zement | Keine Ex-Sondermaßnahmen notwendig | Standard |
| MZE > 1 mJ | Holzstaub, Getreide, Zucker, Kunststoff, Kohle | Erdung + ableitfähige Filtermedien (dsf) | Präventiv |
| MZE > 1 mJ | Aluminium-, Magnesium-, Titanstaub | Dissipative Ausführung + Druckentlastung oder Inertisierung | Erhöht |
| Konstruktiv (alle) | Alle brennbaren Stäube nach Anforderung | Druckstoßfeste Bauweise, Überlastschutz ≥ 1 bar, Entkopplung | Konstruktiv |
» Benötigte ATEX-Kenngrößen für Ihre Anfrage
Für eine normgerechte Filterauslegung benötigen wir folgende staubspezifische Daten: Staubbezeichnung und Beschreibung · Mindestzündenergie (MZE) · Zündtemperatur Staubwolke / Staubschicht · KSt-Wert · pmax · Explosionsgruppe (St 1/2/3) · vorgesehene Ex-Zone (20/21/22). Je vollständiger Ihre Angaben, desto präziser unsere Auslegung.
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Schildern Sie uns Ihre Aufgabenstellung – wir analysieren die Staubeigenschaften, empfehlen das passende Schutzkonzept und legen Ihre Entstaubungsanlage normgerecht aus.