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Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA-Luft)

Die Technische Anleitung zu Reinhaltung der Luft (TA Luft) ist eine Verwaltungsvorschrift zum Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG). Rechtsgrundlage für die TA Luft ist § 48 BImSchG.

Die TA-Luft dient dem Schutz der Allgemeinheit und der Nachbarschaft vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen und der Vorsorge gegen schädliche Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen, um ein hohes Schutzniveau für die Umwelt insgesamt zu erreichen.

 

Immissionen

Immissionen im Sinne der TA-Luft sind auf Menschen, Tiere, Pflanzen, den Boden, das Wasser, die Atmosphäre oder Kultur– und Sachgüter einwirkende Luftverunreinigungen.

Immissionswerte für Stoffe zum Schutz der menschlichen Gesundheit

 

Stoff / StoffgruppeKonzentration
µg/m³
Mittelungszeitraum
Benzol5Jahr
Blei und seine anorganischen Verbindungen als Partikelbestandteile (PM10), angegeben als PB0,5Jahr
Partikel (PM10)40
50
Jahr
24 Std.
Schwefeldioxid50
125
350
Jahr
24 Std.
1 Std.
Stickstoffdioxid40
200
Jahr
1 Std.
Tetrachlorethen10Jahr
Partikel (PM 2,5)25Jahr

 

 

Emissionen

Emissionen im Sinne der TA-Luft sind die von einer Anlage ausgehenden Luftverunreinigungen, die wie folgt angegeben werden:

Masse der emittierten Stoffe, bezogen auf das Volumen

  • von Abgas im Normzustand (0 °C; 1013 hPa) nach Abzug des Feuchtegehaltes an Wasserdampf
  • von Abgas (f) im Normzustand (0 °C; 1013 hPa) vor Abzug des Feuchtegehaltes an Wasserdampf als Massenkonzentration in den Einheiten g/m³ oder mg/m³
  • Masse der emittierten Stoffe, bezogen auf die Zeit als Massenstrom in den Einheiten kg/h, g/h oder mg/h.

Emissionsgrad ist das Verhältnis der im Abgas emittierten Masse eines luftverunreinigenden Stoffes zu der mit den Brenn– oder Einsatzstoffen zugeführten Masse.

Emissionsminderungsgrad ist das Verhältnis der im Abgas emittierten Masse eines luftverunreinigenden Stoffes zu seiner zugeführten Masse im Rohgas.

Emissionswerte sind Grundlagen für Emissionsbegrenzungen.

 

Massenkonzentration in mg/m³
Massenstrom in kg/h
Gesamtstaub inkl. Feinstaub200,20
Staubförmige anorganische Stoffe
Klasse I: Hg, TI0,050,25
Klasse II: Pb, Co, Ni, Se, Te0,050,25
Klasse III: Sb, Cr, Cyanide, Fluoride, Cu, Mn, Vn, Sn15
Gasförmige anorganische Stoffe
Klasse I: z.B. Arsenwasserstoff30,0025
Klasse II: z.B. Chlor30,015
Klasse III: z.B. Ammonika300,15
Klasse IV: z.B. Schefeloxide3501,8
Organische Stoffe
Gesamtkohlenstoff500,5
Klasse I200,1
Klasse II100v
Krebserzeugende Stoffe
Klasse I: z.B. Arsen0,050,00015
Klasse II: z.B. Acrylnitril0,50,0015
Klasse III: z.B. Benzol10,0025

  

Allgemeine Anforderungen zur Emissionsbegrenzung:

Die im Abgas enthaltenen, staubförmigen Emissionen dürfen den Massenstrom 0,20 kg/h oder die Massenkonzentration 20 mg/m³ nicht überschreiten. Auch bei Einhaltung oder Unterschreitung eines Massenstroms von 0,20 kg/h darf im Abgas die Massenkonzentration 0,15 g/m³ nicht überschritten werden (TA-Luft, Abschnitt 5.2.1).

In der TA-Luft findet man u. a. verbindliche Werte für zulässige Staubemissionen im Abgas, die auch auf die reingasseitige Abluft von Filtern bezogen werden können.

MAK-Wert und BAT-Wert

Die neue GefStoffV kennt nur noch gesundheitsbasierte Grenzwerte, genannt Arbeitsplatzgrenzwert - AGW und Biologischer Grenzwert – BGW. Die alten Bezeichnungen MAK-Werte und BAT-Werte können und sollen bis zur vollständigen Umsetzung der neuen Gefahrstoffverordnung als Richt- und Orientierungsgrößen weiter verwendet werden.

Die Maximale Arbeitsplatz-Konzentration (MAK-Wert) gibt die maximal zulässige Konzentration eines Stoffes als Gas, Dampf oder Schwebstoff in der (Atem-)Luft am Arbeitsplatz an, bei der kein Gesundheitsschaden zu erwarten ist, auch wenn man der Konzentration in der Regel 8 Stunden täglich, maximal 40 (42) Stunden in der Woche ausgesetzt ist (Schichtbetrieb).

Als Biologischer Arbeitsstoff-Toleranzwert (BAT-Wert) wird die maximal zulässige Konzentration eines Arbeitsstoffes im Blut, Blutplasma, Harn oder der Atemluft des Menschen beschrieben, bei dem nach aktuellem Wissen die Gesundheit des Menschen nicht geschädigt wird. BAT-Werte können nicht für krebserzeugende Stoffe angegeben werden.

TRK-Werte

Die Technische Richtkonzentration (TRK-Wert) gab die Konzentration eines Stoffes als Gas, Dampf oder Schwebstoff in der Luft am Arbeitsplatz an, die als Anhaltspunkt für die zu treffenden Schutzmaßnahmen und die messtechnische Überwachung am Arbeitsplatz heranzuziehen war.

Der TRK-Wert wurde für krebserzeugende, -verdächtige und erbgutverändernde Stoffe angegeben, für die kein MAK-Wert angegeben werden durfte.

Arbeitsplatzgrenzwert und Biologischer Grenzwert

Seit 1. Januar 2005 besteht mit dem Inkrafttreten der neuen Gefahrstoffverordnung ein neues Grenzwert-Konzept. Die neue GefStoffV kennt nur noch gesundheitsbasierte Grenzwerte, genannt Arbeitsplatzgrenzwert – AGW und Biologischer Grenzwert – BGW.

Einteilung in Kategorien durch das BIA* zur staubtechnischen Bewertung von Industriesaugern, Entstaubern und Kehrmaschinen

(* Berufsgenossenschaftliches Institut für Arbeitssicherheit, St. Augustin)

 

Verwendungskategoriegeeignet fürStaubklassegeforderter Durchlassgrad
UStäube mit MAK-Werten > 1 mg/m³L< 1 %
SStäube mit MAK-Werten > 0,1 mg/m³M< 0,1 %
GStäube mit MAK-Werten > 0,1 mg/m³M< 0,1 %
CStäube mit MAK-Werten > 0,1 mg/m³, nicht für krebserzeugende Stoffe lt. § 35 GefStoffVM< 0,1 %
GStäube mit MAK-Werten < 0,1 mg/m³H< 0,005 %
CStäube mit MAK-Werten < 0,1 mg/m³, nicht für krebserzeugende Stoffe lt. § 35 GefStoffVH< 0,005 %
K1Krebserzeugende Stäube (§35 GefStoffV) inkl. besonders gefährliche krebserzeugende Stoffe (§ 15a GefStofV)H< 0,005 %
K2Stäube, die mit Pathogenen kontaminiert sindH< 0,005 %
zusätzl. AnforderungenAsbestzusätzliche Anforderungen in Deutschlandsiehe H

 

 

 

Auszug aus geltenden Regelwerken

  • ZH 1/200: Richtlinien für die Vermeidung von Zündgefahren infolge elektrostatischer Aufladungen
  • VDI 2263: Staubbrände und Staubexplosionen
  • VDI 3673: Druckentlastung von Staubexplosionen
  • VDI 2264: Betrieb/Wartung von Entstaubungsanlagen
  • VDI 3677: Filtrationsabscheider
  • VDI 2066: Staubmessungen in strömenden Gasen

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